Geologische Karte des Oberrheingrabens

Abb. 1: Geologische Übersichtskarte des Oberrheingrabens
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Grundlagen einer Geologischen Karte

Die Geologische Karte zeigt im Wesentlichen das Alter der Gesteine des Untergrundes nahe der Erdoberfläche. Das Alter der Gesteinsbildung wird dabei nicht in Millionen Jahre vor heute angegeben, sondern durch die Namen verschiedener Zeitabschnitte der Erdgeschichte, wie zum Beispiel Rotliegend-Zeit oder Jura-Zeit.

In den Mittelgebirgen verdeckt meist eiszeitlicher Gesteinsschutt (um einen Meter dick) den direkten Einblick in den tieferen Untergrund. Da dieser Gesteinsschutt meist auch aus den Gesteinen des tieferen Untergrundes besteht, kann man den tieferen Untergrund an Hand sogenannter "Lesesteine" flächenhaft kartieren. Auch im Flachland gibt es meist ein vergleichbares eiszeitliches Decksediment an der Oberfläche. Um die Gesteine, die die Geologische Karte darstellt, im Verband zu sehen, braucht man deshalb in der Regel eine Baugrube, Weganschnitte, Bohrungen oder steile Talhänge in den Mittelgebirgen. Erst in diesen sogenannten "Aufschlüssen", kann man die Gesteine des tieferen Untergrundes direkt beobachten.

In der Geologischen Übersichtskarte des Oberheingrabens wird jedem Gesteinsalter eine eigene Farbe zugeordnet. Diese Farbe wird mit verschiedenen Grautönen gemischt, um Täler und Berge als Schummerung darzustellen. Dies gibt der Karte eine dreidimensionale Struktur.

Durch starke Kräfte in der Erdkruste können riesige Gesteinsschollen zerbrechen und sich dann gegeneinander bewegen. Diese Bruchstellen werden "Störungen" genannt. Auch diese Störungen werden in einer Geologischen Karte dargestellt.

 

Der Oberrheingraben in der Geologischen Karte

Der Oberrheingraben ist in der Karte das eintönig helle Band zwischen Basel und Frankfurt. Fast der gesamte Oberrheingraben ist nämlich mit sehr jungen Sedimenten bedeckt: Sand und Kies aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Sand und Lehm aus der Jetztzeit (Holozän). Einziger deutlicher Farbpunkt (grün) ist der erloschene Kaiserstuhl-Vulkan im Süden des Grabens. Bunter und im Kartenbild interessanter wird es an beiden Rändern des Grabens, die fast spiegel-symmetrisch aussehen. Unmittelbar am Grabenrand liegen die ältesten Gesteine (Kristallin-Gesteine von Schwarzwald, Vogesen und Odenwald) und je weiter man sich vom Graben entfernt, desto jünger werden die Gesteine: auf Buntsandstein (hellbraun) folgt Muschelkalk (hellviolett), dann Keuper (mittelbraun) und ganz außen Rahmen die Gesteine aus der Jura-Zeit (hellblau) den Oberrheingraben ein. Dies ist das Abbild eines Gewölbes, an dessen höchstem Punkt der Oberrheingraben eingebrochen ist.

 

Die Prozesse hinter dem Kartenbild

Die Prozesse, die zu diesem Kartenbild geführt haben, kann man am besten in Querschnitten durch den Untergrund darstellen. Vor Bildung des Oberrheingrabens lagen die verschiedenen Gesteinsschichten ordentlich auf dem kristallinen Sockel (Situation A in Abb. 2).

 

Abb. 2: Vier schematische Querschnitte durch den Bereich des Oberrheingrabens, die die wesentlichen Prozesse zeigen, die zur Verteilung der verschiedenen Gesteine an der Erdoberfläche geführt haben.

 

In der Eozän-Zeit wurde die Erdkruste auseinander gedehnt. Es kam dadurch zur Bildung einer Spalte in der Erdkruste, die sich zu einem keilförmigen Graben erweiterte. Dieser Grabenkeil rutschte, der Schwerkraft folgend, nach unten, da durch das Auseinander-Zerren der Kruste Platz dafür frei wurde. Die Oberfläche des Grabenkeils wurde dadurch zum Boden einer deutlichen Senke an der Erdoberfläche. Diese Senke war eine Falle für Ablagerungen aus Sand, Kies und Ton, die durch Flüsse aus der Nachbarschaft herantransportiert wurden (Situation B in Abb. 2).

 

 

 

Der Oberrheingraben
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